Die Siamkatze

ist nicht nur wegen ihrer Maskenfärbung und ihrer wunderschönen blauen Augen etwas Besonderes, ganz besonders ist auch ihr einmaliger Charakter. Siamkatzen sind unglaublich menschenbezogen, anhänglich, lebhaft, geschwätzig, neugierig, gelehrig, verspielt und manchmal auch ein wenig  eifersüchtig. Es heißt, sie seien die Hunde unter den Katzen. Siamesen sind ihrem Menschen treu ergeben und meist in dessen Nähe. Mit Ausdauer können sie sich in Erinnerung bringen, wenn man einmal mit anderen Dingen beschäftigt ist, z.B. beim  telefonieren ;-) . Sie sind temperamentvoll, aber auch unglaublich verschmust und kuschelig. Sie lieben gemütliche Fernsehabende auf dem Sofa, dicht an ihren Menschen gekuschelt, aber auch Wettrennen durchs Haus oder Wohnung. Sie müssen alles kommentieren und ihrem Tonfall kann man sehr gut entnehmen, ob sie beleidigt, Aufmerksamkeit einfordernd oder einfach nur gut drauf sind.


Ganz wichtig zu wissen: Siamkatzen leben nicht neben ihrer Familie, sondern mit ihr. Sie sind immer dabei und am liebsten mittendrin: Beim Essen, beim Kochen und Backen, sogar beim Gang zur Toilette hat man siamesische Begleiter.  Gerne sind sie Vorkoster, müssen alles probieren und hin und wieder wandert schon mal eine Scheibe Wurst oder ein Stück Fleisch vom Teller. 


Kein Tier sollte alleine leben müssen und das gilt insbesondere auch für Siamesen, sie lieben es, mit ihresgleichen in Körbchen zu liegen, sich gegenseitig zu putzen, die Ohren auszuschlecken und natürlich auch miteinander zu spielen.  Aus diesem Grund geben wir keine Katzen in Einzelhaltung ab! Es müssen nicht immer Wurfgeschwister sein, hin und wieder werden auch einmal ältere Tiere zusammen mit einem Kitten abgegeben.


Unsere Katzen gehören zur Familie und dürfen sich selbstverständlich im ganzen Haus frei bewegen, das gilt auch für unsere Kater, die nicht separiert leben. Sie haben Kratzbäume, Kuschelkissen und -höhlen und jede Menge Spielzeug, damit es ihnen nicht langweilig wird. Aber vor allem haben sie ihre Menschen, von denen sie sehr geliebt werden und die sich ganz viel mit ihnen beschäftigen! 


Ein paar Buchvorschläge

Dr. Heinz Schmoll: Siamkatzen (ISBN 3 7907 0886 0)(dieses Buch gibt es nicht mehr im Handel, evtl. bei www.AbeBooks.de)

Sabine Schroll:  Miez, Miez - na komm! (ISBN 3-89906-107-01)  

Sabine Schroll:  Aller guten Katzen sind … ? (ISBN 3-89906-431-3)

Sabine Schroll:  Wenn Katzen Kummer machen (ISBN 978-386127137-6)

Prof. Paul Leyhausen:  Katzenseele (ISBN 978-3-440-09864-6)

Martina Braun:  Clickertraining für Katzen (ISBN 3-86127-124-9)

Und natürlich Doreen Tovey:  Die Katze mit den blauen Augen

Einiges Historische über Siamesen kann man hier lesen 


Das wollte ich immer schon mal sagen:

Ein Züchter steht auch nach dem Auszug von Kitten oder erwachsenen Katzen lebenslang mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch dass Katzen in Notfällen zurückgenommen werden, steht außer Frage. Aber das sollte die allerletzte Entscheidung sein, denn diese Katzen haben sich in ihrem neuen Zuhause bereits eingelebt und vergessen, wo sie aufgewachsen sind. Ich bin der Meinung, dass da noch ganz viele Dinge unternommen werden können, bevor eine Katze zurück zum Züchter geht, um evtl. wieder neu vermittelt zu werden. 


Oft herrscht die Meinung vor: passt nicht, muss weg - leider ein für viele Menschen leichter, aber für die entsprechenden Tiere ein sehr schwerer Weg. Denn das "alte" Zuhause ist für die Zurückgenommenen leider wieder ein neues und man braucht sehr viel Geduld und noch mehr Liebe, diese Tiere wieder in die Gruppe, für die es ja Eindringlinge sind, zu integrieren, ein Beispiel sind Alma und Vito , die nach fast sieben Monaten zurück gekommen sind und denen meine Gruppe es nicht immer leicht gemacht hat, wieder heimisch zu werden.


Ein paar Worte zu Allergien:

Häufig erhalten wir Anfragen, weil viele Menschen der Meinung sind, dass Siam- und OKH-Katzen ideale Katzen für Allergiker seien. Dies stimmt definitiv nicht, denn: eine Katzenallergie wird nicht durch die Haare selbst ausgelöst, sondern vor allem durch das Allergen Fel d 1, ein Eiweiß, das in Speichel, Hautschuppen und Talgdrüsen der Katze vorkommt. Beim Putzen wird der Speichel auf dem Fell verteilt, und die Allergene gelangen anschließend über Haare, Hautschuppen und Staub in die Umgebung.


Deshalb gelten weder Siamkatzen noch Orientalisch-Kurzhaar-Katzen grundsätzlich als „allergiefrei“. Auch kurzes Fell bedeutet nicht automatisch weniger Allergene. Manche Allergiker vertragen einzelne Katzen besser als andere, weil die Menge der produzierten Allergene von Tier zu Tier unterschiedlich sein kann.


Wenn jemand eine Katzenallergie hat und eine bestimmte Rasse in Betracht zieht, ist es sinnvoll, vor einer Anschaffung mehrere Stunden oder Tage direkten Kontakt mit genau diesem Tier zu testen. Eine Möglichkeit wäre auch, sich ein paar Haare der betreffenden Katzen geben zu lassen, damit  mittels dieser Haare getestet werden kann, ob man auf das Allergen reagiert.


Es gibt keine Katzenrasse, die für alle Allergiker sicher geeignet ist